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1919
Die Kapelle wurde 1919 als Musiksektion der Metallarbeiter Möllersdorf gegründet. Der erste musikalische Leiter war Herr Mang aus Guntramsdorf,
doch schon nach zwei Monaten wurde der erst siebzehnjährige Julius Ludvicek zum Kapellmeister bestellt. Schon nach kurzer Zeit konnte die Kapelle öffentlich
auftreten. Neben der Blaskapelle bestand auch ein Streichorchester, das etwa 35 Mitglieder hatte. Wöchentlich einmal wurden Proben des Blas- und
Streichorchesters abgehalten, für die die Möllersdorfer reges Interesse zeigten und oft in großer Zahl als Zuhörer dabei waren. Nachwuchssorgen gab es keine, viele junge
Menschen waren bereit, ein Instrument, manche sogar zwei oder mehrere, zu erlernen.
Nach Herrn Wokurka übernahm 1920 Franz Cernovsky als Obmann die Vereinsführung und
wurde 1923 von Roman Sterbenz abgelöst, der bis zur Auflösung der Kapelle im Jahre 1934 Obmann war.
1929 Das 10-jährige Gründungsfest 1929 wurde zu einem Treffen von über 350 Musikern aus 12
Musikkapellen. Zwischen 1928 und 1933 waren in vielen Orten bei Festen Wettbewerbe der Kapellen, wobei die Arbeitermusikkapelle Möllersdorf, diesen Namen hatte der Verein
inzwischen angenommen, oft l. und 2. Preise zuerkannt bekam. Die Kapelle umfaßte in dieser Zeit zwischen 38 und 42 Musiker. 1934 wurde die Arbeitermusikkapelle Möllersdorf
aufgelöst, die Musiker waren jedoch in der Kapelle Ludvicek weiter aktiv.
In den Jahren 1919 bis 1934 wurde im Gasthaus Kilian und im Arbeiterheim Möllersdorf
geprobt. Von 1938 bis 1941 im Gasthaus Wanasek und nach dem Krieg in verschiedenen Räumen des Gasthauses Broschek-Leik in Möllersdorf.
1945 Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegszeit forderten viele Opfer unter den Musikern - und
am 4. April 1945 starb der begabte, unermüdliche Kapellmeister Julius Ludvicek. Die Musikkameraden wählten Karl Jedlicka zum Kapellmeister. Er übernahm ein schweres Erbe
. Instrumente waren verschwunden, Noten und Monturen nicht auffindbar. Doch durch begeisterte Musiker, lernwillige Jugend und treue Anhänger gelang es, das traditionsreiche
Wirken der Kapelle fortzusetzen
1948 1948 wurde der Verein unter seinem alten Namen neu gegründet. Franz Cernovsky
übernahm wieder als Obmann die Vereinsführung bis zum Jahre 1950, in dem er zum Ehrenobmann ernannt und von Roman Sterbenz als Obmann abgelöst wurde.
Neben dem Blasorchester bestand zu dieser Zeit eine Jazzkapelle unter der Leitung von
Ernst Heil und ein Streichorchester. Die Kapelle konnte in Uniform gekleidet werden und entfaltete eine sehr rege musikalische Tätigkeit.
1956 1956 übernahm Heinrich Gutmann bereits für ein Jahr die musikalische Leitung, ihm folgte
wieder Karl Jedlicka, Roman Sterbenz wurde Ehrenmitglied. 1957 konnte die Kapelle schon einen ersten Rang in der Oberstufe beim Konzertwertungsspiel in Gumpoldskirchen
erringen. Der Verein umfaßte damals 27 Musiker. 1959 wurde der langjährige verdiente Musiker und Funktionär Wenzel Volopich zum Ehrenmitglied ernannt.
1960 1960 wurde Anton Rois Nachfolger des seit 1952 amtierenden Obmanns Johann Türkott. In
diesen Jahren hatte die Kapelle schwere Zeiten zu durchstehen, es fehlte der Nachwuchs und auch die Begeisterung der Musiker ließ etwas nach. Die verschiedenen Obmänner,
1962 wieder Johann Türkott, von 1963 bis 1966 Hermann Kaindl und Walter Skoda zwischen 1966 und 1968, bemühten sich gemeinsam mit Kapellmeister Jedlicka und
einigen unermüdlichen Musikern, den Fortbestand des Vereins zu sichern.
1967 Ihre Arbeit war erfolgreich; die Zahl der Ausrückungen stieg von Jahr zu Jahr und allmählich
kamen junge Musiker zur Kapelle, die von einigen Lehrern aus den eigenen Reihen ausgebildet wurden.
Hervorzuheben wären Ehrenkapellmeister Heinrich Gutmann und Ehrenkapellmeister Karl
Jedlicka, die es verstanden, viele Jugendliche für die Blasmusik zu begeistern und auch ihre Ausbildung übernahmen. Mit Unterstützung der Stadtgemeinde Traiskirchen konnten
1967 neue Instrumente in Normalstimmung angeschafft werden.
1968 1968 wurde der Kapelle die alte, leerstehende Kirche im Schusterhof von der Gemeinde
überlassen, die allerdings den Nachteil hatte, daß sie im Winter nur sehr spärlich beheizbar war.
1969 Im Sommer 1969 konnte im Rahmen eines großen Festes das 50-jährige
Gründungsjubiläum der Arbeitermusikkapelle Möllersdorf begangen werden.
Ab diesem Zeitpunkt nannte sich der Verein „Stadtkapelle Traiskirchen". Aus diesem Anlaß
wurden die Gründungsmitglieder Adolf Rois und Kapellmeister Karl Jedlicka zu Ehrenmitgliedern ernannt, ebenso Bürgermeister Alois Jirovetz, Rosa Ludvicek und Franz Glanner.
1972 1972 kleidete sich die Kapelle mit einer schmucken bodenständigen Tracht neu ein. Im
selben Jahr übernahm Kapellmeister Heinrich Gutmann, der seit 1968 Obmann war, die musikalische Leitung der Stadtkapelle. Karl Jedlicka wurde zum Ehrenkapellmeister ernannt
.
1972 war es dann der NO. Arbeiterkammerpräsident Franz Horr, der dem Verein ein fast
ideales Probelokal im ÖGB-Jugendheim in Traiskirchen zur Verfügung stellte. In zentralgeheizten Räumen kann dort seither störungsfreie, erfolgreiche Probenarbeit
geleistet werden.
Der 1972 gewählte Obmann Ing. Hannes Herbst führte die Stadtkapelle Traiskirchen 26
Jahre lang bis zum Jahr 1998. In dieser Zeit wurden die Instrumente komplett erneuert. Die
Ausrüstung der Kapelle mit erstklassigen Klarinetten und Blechblasinstrumenten bildete die
Grundlage der musikalischen Entwicklung des Orchesters zu einem der besten Klangkörper in Niederösterreich.
1974 1974 wurde der langjährige ehemalige Obmann Johann Türkott zum Ehrenobmann ernannt.
Die Basis für den Fortschritt und letztlich für den Erfolg der Kapelle ist die Probenarbeit. Die
dafür zur Verfügung stehenden Räume waren nicht immer optimal, trotzdem konnten durch das Entgegenkommen von Gönnern stets Probenlokale gefunden werden.
1976
Im Sommer 1976 verstarb Ehrenkapellmeister Karl Jedlicka. Er hatte die
Stadtkapelle Traiskirchen in den schwierigen Nachkriegsjahren von 1947 bis 1972 musikalisch geführt und sich in den 25 Jahren seiner Kapellmeister
Tätigkeit große Verdienste um den Verein erworben. Bis 1976 war er als Musikmeister und Posaunist im Orchester tätig.
1977 1977 wurde zur 60-Jahr Feier der Stadt Traiskirchen eine Singel Schallplatte mit zwei
Märschen von Walter Völkl produziert. Der Kapelle wurde als Ergänzung der Tracht mit Lodenmänteln ausgestattet. Vbgm. Anton Gutmann hatte in seiner Funktion als
Betriebsratsvorsitzender der Vöslauer Kammgarn AG den gesamten Lodenstoff zur Verfügung gestellt. Für Ausrückungen bei Regenwetter wurden Regenmäntel angekauft.
1979
Im Jahr 1979 feierte die Stadtkapelle Traiskirchen das 60-jährige
Gründungsjubiläum. Den Auftakt zu den Feierlichkeiten bildete erstmals ein Blasmusikrequiem in der Stadtpfarrkirche Traiskirchen am 1. November 1978
. Das Festkonzert am 7. Juli 1979 gestaltete der AMV Tribuswinkel, am 8. Juli fand ein großes Musikfest mit 6 Gastkapellen im Stadtpark statt. Der
Stadtkapelle Traiskirchen wurde vom Gemeinderat die Führung des Stadtwappens zuerkannt. Ältere Musikinstrumente wurden wieder erneuert und erstmals
konnten aus dem Reinerlös des Gründungsjubiläums zwei Kesselpauken angekauft werden.
1981
Kapellmeister Heinrich Gutmann wurde 1981 die goldene Dirigentennadel des
NÖ Blasmusikverbandes verliehen. Er hatte neunmal in ununterbrochener Reihenfolge bei den Konzertwertungsspielen einen ausgezeichneten Erfolg in
der Oberstufe erreicht. Heinrich Gutmann legte sein Augenmerk vor allem auf die Ausbildung von jungen Musikern und es gelang ihm, das Durchschnittsalter
der Musiker deutlich zu senken. Für die nächsten Jahre war der Bestand und die Qualität der Kapelle gesichert.
1982 Im Jahr 1982 legte Kapellmeister Heinrich Gutmann nach 10 erfolgreichen Jahren seine
Funktion zurück und Kapellmeister Johannes Herbst übernahm für die nächsten 16 Jahre
die musikalische Leitung der Stadtkapelle. Er veränderte nach und nach das musikalische Programm und forcierte neben der Originalblasmusikliteratur auch klassische Werke.
Die Stadtkapelle nahm auch in den Jahren von 1982 bis 1997 an den
Konzertwertungsspielen des NOE Blasmusikverbandes teil und erreichte ohne Unterbrechung im November 1997 zum einundzwanzigsten Mal einen ausgezeichneten
Erfolg in der Oberstufe.
1987 1987 unternahm die Kapelle ihre erste Auslandsreise und gastierte auf Einladung des
Kultursenators in Berlin. Beim Konzert vor der Gedächtniskirche im Zentrum West-Berlins waren mehr als 2000 Besucher Zeuge eines der eindrucksvollsten Konzerte der
Stadtkapelle Traiskirchen.
Die großzügige finanzielle Unterstützung seitens des Gemeinderates stellte für den Obmann
und die Vereinsleitung während der letzten Jahrzehnte eine große Hilfe dar. Dadurch war es
möglich, notwendige Investitionen in Bekleidung, Instrumente und Notenmaterial stets im erforderlichen Ausmaß zu tätigen.
Einige Repräsentanten der Stadtverwaltung waren auch über Jahre in der Vereinleitung als
Funktionäre tätig und dafür wurden Bürgermeister Josef Musser, die Vizebürgermeister Landtagsabgeordnete Erika Jirkovsky, Anton Gutmann und Erich Recht mit der
Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Aber auch Ehrenlandeskapellmeister Prof. Herbert
König und Ehrenbezirkskapellmeister Anton Hofmann wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der seit 1985 amtierende Bürgermeister Landtagsabgeordneter Fritz Knotzer erweiterte die
Unterstützung der Gemeinde und übergab der Kapelle im Alois-Jirovetz-Haus (dem ehemaligen ÖGB-Jugendheim) einen eigenen großen Probenraum. Auch die Einrichtung
stellte die Stadtgemeinde zur Verfügung. Für Bürgermeister Fritz Knotzer war und ist die
Stadtkapelle ein unverzichtbarer Teil des öffentlichen Lebens der Stadt Traiskirchen.
Dies wird bis heute nicht nur durch die jährliche Eröffnung der Traiskirchner Kulturtage mit
einem Festkonzert der Stadtkapelle sondern auch durch die Verleihung des Kulturpreises der Stadt Traiskirchen im Jahre 1994 eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auch
Bürgermeister Fritz Knotzer wurde für seine tatkräftige Unterstützung die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Die Musiker und Funktionäre der Stadtkapelle bekleideten in den letzten Jahrzehnten stets
hohe und wichtige Funktionen im NO. Blasmusikverband oder im öffentlichen Leben. So waren Heinrich Gutmann als Bezirksobmann und -kapellmeister, Ing. Anton Rois als
Bezirksobmann und Landeskontrollrat, Ing. Hannes Herbst als Bezirksobmannstellvertreter und Bezirksfinanzreferent tätig.
Johannes Herbst hatte nicht nur die Funktion des Kulturstadtrates der Stadt Traiskirchen
sondern auch die des Bezirkskapellmeisters der BAG Baden. Kpm. Walter Skoda ist als Bezirksjugendreferent der BAG Baden tätig.
1998
Im Jahr 1998 beendete Ing. Hannes Herbst nach 26 Jahren die bisher längste
Amtszeit eines Obmannes und übergab die Leitung des Vereines an Eduard Grübling. Obmann Herbst hat den Verein nicht nur umsichtig und sehr
freundschaftlich geführt, sondern auch die Weichen für die finanzielle und organisatorische Sicherheit in den nächsten Jahren gestellt. Ing. Hannes
Herbst wurde für seine großen Verdienste zum Ehrenobmann ernannt.
Kapellmeister Johannes Herbst übergab im selben Jahr nach seiner 16
-jährigen äußerst erfolgreichen musikalischen Leitung den Taktstock an Kapellmeister Walter Skoda und steht wie schon sein Vorgänger Heinrich
Gutmann dem Orchester auch weiterhin als Musiker und Kapellmeisterstellvertreter zur Verfügung. Kapellmeister Johannes Herbst
wurde nach neun ausgezeichneten Erfolgen in der Oberstufe bei den Konzertwertungsspielen 1991 die goldene Dirigentennadel des NO. Blasmusikverbandes verliehen.
Kpm. Walter Skoda, der auch die “Elisabeth Riedl” Musikschule Traiskirchen
leitet, ist maßgeblich für den Aufschwung der Stadtkapelle Traiskirchen seit 1998 verantwortlich. Zur Steigerung des musikalischen Könnens der
MusikschülerInnen werden diese jährlich zur Aus - und Weiterbildungswoche, Seminare und Workshops geschickt, die der Verein finanziell Unterstützt.
Neben der musikalischen Ausbildung von MusikschülerInnen unternimmt er auch aussermusikalische Tätigkeiten wie Basketball, Fussball, Ausflüge,
Exkursionen und ladet die Musikschüler manchmal auch zu einem Eis oder einer Pizza ein.
Kpm. Walter Skoda wurde 2008 mit der goldenen Dirigenten Nadel des NÖBV in Stufe C ausgezeichnet. Kpm. Walter Skoda ist bei der BAG Baden auch als Bez. Jugendreverent
tätig
2025
2025 übergab Kpm. Walter Skoda nach 27 Jahren unermüdlichen Einsatz den Taktstock an Kapellmeisterin Kerstin Hofleitner-Bartmann.
1998
Seit 1998 wurde unter der Führung von Obm. Eduard Grübling die Musik in
Bewegung forciert, und schon nach kurzer Zeit erreichte man bei Marschmusikbewertungen der BAG Baden unter der Stabführung von Ing.
Andreas Poisinger hervorragende Ergebnisse. Aber auch Kammermusik Wettbewerbe und die Teilnahme beim Echo und Weisen Blasen wurden von
Obm. Eduard Grübling unterstützt. Vor allem die Jugend konnte von Obm. Grübling und Kpm. Skoda für die Marschmusik gewonnen werden. Eduard
Grübling war neben seiner Funktion als Obmann auch in der BAG Baden als Bezirks Finanzreferent tätig die er im Jahr 2009 zurücklegte.
2007
Im Jahr 2007 übernahm Johann Duffek von Eduard Grübling die Funktion des
Obmanns. Neben seiner Vereinsfunktion als Obmann war er auch im Bezirksvorstand der BAG Baden als Bez. Finanzreferent Stv. tätig.
2013
Ing. Philip Jöbstl wurde 2013 zum neuen Obmann der Stadtkapelle gewählt.
2013 betrug der Mitgliederstand 129 Vereinsmitglieder, davon 36 aktive MusikerInnen, 3 Marketenderinnen und 90 Unterstützende Mitglieder. Weiters
sind 52 MusikschülerInnen in Ausbildung die noch nicht aktiv mitspielen.
2016
2016 übernahm Ing. Florian Skoda die Funktion des Obmanns. Auch im Bez. Vorstand der BAG Baden ist er als Bezirksjugendreferent-Stellv. tätig. Dank
unermüdlicher Nachwuchsarbeit in Zusammenarbeit mit der Elisabeth Riedl Musikschule beträgt der Mitgliederstand 2026 aktuell 47 aktive MusikerInnen
und 3 Markedenderinnen.
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